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Ganztagesschule einrichten: Räume für den ganzen Tag

Lesezeit: 8 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2026 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder - viele Schulen müssen ihre Räume anpassen.
  • Ganztagesschulen brauchen mehr als Klassenzimmer: Ruhezonen, Aktivitätsräume, Essensbereich und Hausaufgabenplätze sind unverzichtbar.
  • Flexible, multifunktionale Möbel sind der Schlüssel, weil dieselben Räume oft für verschiedene Zwecke genutzt werden.
  • Die richtige Möblierung entscheidet darüber, ob Schülerinnen und Schüler den Nachmittag als Bereicherung oder als Belastung empfinden.

Der Rechtsanspruch ab 2026: Was sich ändert

Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Kinder der ersten Klassenstufe einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. Dieser wird schrittweise ausgebaut, bis 2029/30 alle Grundschulkinder der Klassen 1 bis 4 erfasst sind. Der Anspruch umfasst acht Stunden an allen fünf Werktagen - inklusive Unterrichtszeit.

Für viele Schulen bedeutet das: Die vorhandenen Räume reichen nicht aus, oder sie sind nicht für den Nachmittagsbetrieb geeignet. Klassenzimmer, die morgens für den Unterricht funktionieren, sind nachmittags als Aufenthaltsräume ungeeignet - niemand möchte dort acht Stunden auf einem harten Schulstuhl sitzen.

Wichtig: Der Rechtsanspruch kommt, unabhängig davon, wie weit die Vorbereitungen an Ihrer Schule sind. Schulen, die jetzt mit der Planung beginnen, haben noch die Möglichkeit, durchdachte Konzepte umzusetzen, statt kurzfristig Notlösungen zu schaffen.

Raumkonzept Ganztagesschule: Welche Zonen gebraucht werden

Kinder, die den ganzen Tag in der Schule verbringen, brauchen Abwechslung. Ein Tag, der nur aus Sitzen in Klassenzimmern besteht, ist für Kinder - besonders im Grundschulalter - nicht zumutbar. Die Räume müssen verschiedene Bedürfnisse abdecken.

ZoneZweckStimmung
Mensa/EssensbereichMittagessen, SnacksEinladend, gemeinschaftlich
Hausaufgaben/LernzoneKonzentriertes ArbeitenRuhig, fokussiert
RuhezoneLesen, Ausruhen, RückzugGeborgen, leise
AktivitätsraumSpielen, Basteln, BewegenLebendig, robust
AußenbereichFreies Spiel, BewegungOffen, aktiv

Nicht jede Schule hat genug Räume, um jeder Zone einen eigenen Raum zu widmen. In diesem Fall helfen multifunktionale Möbel, die es ermöglichen, einen Raum im Laufe des Tages umzugestalten. Dazu mehr im Abschnitt Multifunktionale Räume.

Mensa und Essensbereich

Das Mittagessen ist für viele Kinder der wichtigste Moment des Nachmittags. Ein guter Essensbereich ist nicht nur funktional, sondern schafft eine angenehme Atmosphäre, in der Kinder gerne essen.

Möbel für den Essensbereich

  • Tische: Stabile, leicht abwischbare Tische mit kratzfester Oberfläche. Runde oder ovale Tische fördern die Gemeinschaft, rechteckige Tische nutzen den Raum effizienter. Die Tischhöhe muss zur Altersgruppe passen - in der Grundschule andere Maße als in der Sekundarstufe. Unser Tisch-Sortiment bietet verschiedene Größenklassen nach DIN EN 1729.
  • Stühle: Stapelbar (für die Reinigung), robust, leicht zu reinigen. In der Mensa werden Stühle besonders stark beansprucht - setzen Sie auf Objektqualität. Mehr zur Belastbarkeit erfahren Sie im Artikel Belastbarkeit von Schulmöbeln.
  • Ausgabebereich: Funktionale Regalwagen oder Sideboards für Geschirr, Besteck und Getränke.

Akustik nicht vergessen

Mensen sind laut. Viele Kinder auf engem Raum, Geschirr, Gespräche - der Geräuschpegel steigt schnell. Akustikpaneele an der Decke und schallabsorbierende Materialien machen das Essen deutlich angenehmer. Ideen dazu finden Sie in unserem Akustik-Sortiment und im Artikel Mensa und Aufenthaltsräume gestalten.

Tipp: Wenn der Essensbereich nachmittags auch als Aufenthaltsraum genutzt wird, wählen Sie Tische, die sich leicht an die Seite schieben lassen, um Platz für andere Aktivitäten zu schaffen. Tische mit Klappfunktion oder auf Rollen sind hier ideal.

Hausaufgaben- und Lernzonen

Viele Ganztagesschulen bieten eine feste Hausaufgabenzeit an. Damit Kinder dort konzentriert arbeiten können, braucht die Lernzone eine andere Atmosphäre als der Aktivitätsraum.

Anforderungen an die Lernzone

  • Ruhe: Möglichst weit entfernt vom Aktivitätsraum oder durch Wände/Türen getrennt
  • Gutes Licht: Tageslicht wo möglich, ergänzt durch blendfreie Arbeitsplatzbeleuchtung
  • Passende Möbel: Tische und Stühle in der richtigen Größe, ergonomisch und für konzentriertes Arbeiten geeignet. Die DIN-Normen für Schulmöbel gelten hier genauso wie im Klassenzimmer.
  • Stauraum: Regale oder Fächer für Arbeitsmaterialien, Wörterbücher und Nachschlagewerke

Grundsätzlich gelten für die Lernzone dieselben ergonomischen Anforderungen wie für das Klassenzimmer. Unser Artikel Ergonomie im Klassenzimmer gibt einen umfassenden Überblick.

Gut zu wissen: Die Lernzone muss nicht aussehen wie ein Klassenzimmer. Einzelarbeitsplätze mit kleinen Trennwänden, gemütliche Leseecken mit Sitzkissen und flexible Arbeitstische schaffen eine Atmosphäre, die sich bewusst vom Vormittag unterscheidet - und trotzdem konzentriertes Arbeiten ermöglicht.

Ruhezonen und Rückzugsräume

Nach einem langen Schultag brauchen Kinder die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Das gilt besonders für jüngere Grundschulkinder, die nachmittags müde werden, und für Kinder, die empfindlich auf Lärm oder Reize reagieren.

Möbel für die Ruhezone

  • Gepolsterte Sitzmöbel: Sitzsäcke, niedrige Sessel oder Polsterelemente, die zum Entspannen einladen
  • Leseecke: Bücherregal, gutes Leselicht, bequeme Sitzgelegenheit
  • Matten oder Liegeflächen: Besonders für Erstklässler, die nachmittags eine Ruhephase brauchen
  • Raumteiler: Regale oder Stellwände, die kleine, geschützte Bereiche schaffen

Die Ruhezone sollte klare Regeln haben: leise sprechen, kein Toben, Rücksicht nehmen. Die Möblierung unterstützt diese Regeln, indem sie eine ruhige Atmosphäre schafft - niedrige Möbel, gedämpftes Licht, weiche Materialien.

Ideen zur Gestaltung von Rückzugsräumen finden Sie auch in unserem Artikel über offene Lernlandschaften.

Aktivitäts- und Bewegungsräume

Kinder brauchen Bewegung, besonders nach einem Vormittag im Klassenzimmer. Der Aktivitätsraum ist der Ort für Basteln, Spielen, Bauen und Bewegen - hier darf es laut und lebendig sein.

Anforderungen an die Möbel

  • Extrem robust: Hier wird gebaut, gekleckst, geschoben und getobt. Die Möbel müssen das aushalten. Warum Objektqualität hier besonders wichtig ist, erklärt unser Artikel Warum sich hochwertige Objektmöbel lohnen.
  • Leicht zu reinigen: Farbe, Kleber, Essen - die Oberflächen müssen pflegeleicht sein. Tipps dazu im Artikel Schulmöbel pflegen.
  • Flexibel: Tische, die sich zusammenschieben lassen für große Bastelprojekte. Stühle, die gestapelt werden können, wenn der Raum für Bewegung frei sein soll.
  • Viel Stauraum: Offene Regale und Boxensysteme für Bastel- und Spielmaterialien. Schränke und Regale mit robusten Türen für Materialien, die nicht frei zugänglich sein sollen.
Tipp: Planen Sie im Aktivitätsraum eine freie Bodenfläche ein, die nicht mit Möbeln zugestellt ist. Kinder brauchen Raum zum Spielen und Bewegen, der nicht durch Tische und Stühle eingeschränkt wird. Mehr zum Thema Bewegung im Schulalltag finden Sie im Artikel Bewegungspausen im Unterricht.

Multifunktionale Räume: Ein Raum, viele Nutzungen

In vielen Schulen müssen dieselben Räume vormittags als Klassenzimmer und nachmittags als Betreuungsräume dienen. Das funktioniert nur mit den richtigen Möbeln.

Möbel, die den Raumwechsel ermöglichen

  • Stapelbare Stühle: Nach dem Unterricht schnell an die Seite gestapelt, um Platz zu schaffen
  • Klapptische: Freigabe der Fläche für Bewegung oder andere Aktivitäten
  • Mobile Regale auf Rollen: Spielmaterial wird hereingerollt, nach der Betreuung wieder hinausgerollt
  • Sitzkissen und Matten: Platzsparend verstaubar, verwandeln einen Klassenraum schnell in eine Ruhezone
  • Raumteiler auf Rollen: Schaffen flexible Zonierungen, die sich je nach Bedarf verschieben lassen

Beispiel: Ein Raum im Tagesverlauf

8:00 - 13:00 Uhr: Klassenzimmer mit Tischen in Gruppenaufstellung, Stühle für 25 Kinder

13:00 - 13:45 Uhr: Tische zusammengeschoben als große Essensgruppe, Stühle drumherum

13:45 - 14:30 Uhr: Hälfte der Tische weggeklappt, Matten auf dem Boden für Ruhephase

14:30 - 16:00 Uhr: Einzelne Tische als Bastelinseln, Rest der Fläche frei für Bewegung

Damit solche Wechsel im Alltag funktionieren, müssen die Möbel leicht, schnell umstellbar und trotzdem stabil sein. Das ist kein Widerspruch - gute Objektmöbel schaffen genau das. Mehr zu den Anforderungen erfahren Sie im Artikel Klassenzimmer einrichten.

Checkliste: Ganztagesschule einrichten

  • Raumkonzept mit allen Zonen (Essen, Lernen, Ruhe, Aktivität) geplant
  • Mensa oder Essensbereich mit passenden Tischen und Stühlen ausgestattet
  • Lernzone mit ergonomischen Arbeitsplätzen und gutem Licht eingerichtet
  • Ruhezone mit Polstermöbeln und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden
  • Aktivitätsraum mit robusten, flexiblen Möbeln und freier Bodenfläche
  • Akustiklösungen für laute Bereiche (besonders Mensa) eingeplant
  • Stauraum für Nachmittagsmaterialien in jedem genutzten Raum
  • Möbel für Doppelnutzung geeignet (stapelbar, klappbar, mobil)
  • Außenbereich in die Planung einbezogen
  • Budget und Zeitplan für schrittweise Umsetzung erstellt

Häufig gestellte Fragen

Ab wann gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung?
Der Rechtsanspruch startet im Schuljahr 2026/27 für Kinder der ersten Klassenstufe und wird jährlich um eine Stufe erweitert. Ab dem Schuljahr 2029/30 gilt er für alle Grundschulkinder der Klassen 1 bis 4. Der Anspruch umfasst acht Stunden Betreuung an allen fünf Werktagen, inklusive Unterrichtszeit.
Reichen unsere vorhandenen Klassenräume für den Ganztagesbetrieb?
In vielen Fällen müssen bestehende Räume anders genutzt oder ergänzt werden. Reine Klassenräume eignen sich nicht als Aufenthaltsräume für den Nachmittag. Mit flexiblen Möbeln können Räume aber für Doppelnutzungen umgestaltet werden. Prüfen Sie, welche Räume nachmittags frei sind und wie sie umfunktioniert werden können.
Was brauchen wir für die Mensa, wenn wir bisher keine haben?
Wenn kein eigener Mensaraum vorhanden ist, kann ein großer Raum (Aula, Mehrzweckraum) mit den richtigen Möbeln als Essensbereich eingerichtet werden. Wichtig sind: ausreichend Tische und Stühle in passender Größe, leicht zu reinigende Oberflächen, eine Ausgabestation und Akustikmaßnahmen. Mehr dazu in unserem Artikel Mensa und Aufenthaltsräume.
Wie viel kostet die Einrichtung einer Ganztagesschule?
Das variiert stark je nach Ausgangssituation und Raumanzahl. Eine schrittweise Umsetzung ist meist sinnvoller als eine Komplettsanierung. Beginnen Sie mit den Räumen, die am dringendsten gebraucht werden (Mensa und eine Ruhezone), und erweitern Sie Jahr für Jahr. Für Fördermittel wenden Sie sich an Ihren Schulträger - Bund und Länder stellen für den Ganztagesausbau Investitionsmittel bereit.
Wie gestalte ich Ruhezonen für müde Grundschulkinder?
Ruhezonen brauchen weiche Polstermöbel, gedämpftes Licht und eine akustische Abschirmung vom restlichen Betrieb. Sitzsäcke, niedrige Sessel, Leseecken und Matten schaffen eine Atmosphäre, in der Kinder zur Ruhe kommen. Wichtig: Klare Regeln für die Nutzung und eine erwachsene Aufsichtsperson, die die ruhige Atmosphäre bewahrt.
Können wir Unterstützung bei der Raumplanung bekommen?
Ja. Neben der Beratung durch den Schulträger bieten spezialisierte Möbelhändler Planungsunterstützung an. Wir helfen Ihnen gerne bei der Raumplanung für Ihre Ganztagesschule - von der Bedarfsanalyse bis zur konkreten Möbelauswahl. Nutzen Sie unseren Planungsservice oder nehmen Sie Kontakt auf.

Fazit: Jetzt planen, statt später improvisieren

Der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung verändert die Anforderungen an Schulgebäude grundlegend. Kinder, die den ganzen Tag in der Schule verbringen, brauchen Räume zum Essen, Lernen, Ausruhen und Spielen - mit passenden Möbeln für jede Situation. Wer jetzt mit der Planung beginnt, kann durchdachte Lösungen umsetzen, statt später unter Zeitdruck Notlösungen einzurichten.

Entdecken Sie unser Sortiment an Tischen, Stühlen, Schränken und Polstermöbeln für Ihre Ganztagesschule, oder lassen Sie sich von unserem Planungsservice individuell beraten.