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Was sind Objektmöbel? So unterscheiden sie sich von normalen Möbeln

Lesezeit: 6 Minuten
Kurz zusammengefasst: Objektmöbel sind Möbel, die für den gewerblichen Einsatz gebaut werden. Sie müssen viel mehr aushalten als Möbel für Zuhause. Deshalb werden sie aus robusteren Materialien gefertigt, nach strengen Normen geprüft und sind auf Langlebigkeit ausgelegt. In Schulen, Büros, Hotels und Krankenhäusern sind sie die richtige Wahl.


Was bedeutet "Objektmöbel"?

Der Begriff Objektmöbel kommt aus der Architektur- und Planungssprache. Mit "Objekt" sind gewerbliche Gebäude gemeint: Büros, Schulen, Hotels, Krankenhäuser oder Restaurants. Objektmöbel sind also Möbel, die speziell für solche Räume entwickelt werden.

Der grosse Unterschied zu normalen Möbeln: Objektmöbel müssen deutlich mehr aushalten. Ein Stuhl in einem Klassenzimmer wird jeden Tag von verschiedenen Schülern benutzt, hin- und hergeschoben, gestapelt und manchmal auch nicht gerade sanft behandelt. Ein Stuhl aus dem normalen Möbelhaus würde das nicht lange mitmachen.

Gut zu wissen: Hersteller verwenden oft Begriffe wie "Contract-Möbel", "Professional Line" oder "Business-Möbel". Alle meinen dasselbe: Möbel, die für den gewerblichen Dauereinsatz gebaut sind.

Die wichtigsten Unterschiede zu normalen Möbeln

Auf den ersten Blick sehen Objektmöbel oft ähnlich aus wie normale Möbel. Die Unterschiede stecken im Detail: in den Materialien, der Konstruktion und den Prüfungen.


KriteriumObjektmöbelNormale Möbel
MaterialienHarthölzer, verstärkter Stahl, HPL-OberflächenWeichhölzer, Spanplatte, Folienbeschichtung
PrüfnormenGeprüft nach DIN EN 16139, DIN EN 1729 u.a.Oft nur CE-Mindestanforderungen
BelastbarkeitAusgelegt für Dauereinsatz durch viele NutzerAusgelegt für gelegentliche Privatnutzung
BrandschutzSchwer entflammbar (B1) oder normal entflammbar (B2) nach DIN 4102Meist kein besonderer Brandschutz
ReparierbarkeitModularer Aufbau, Ersatzteile oft jahrelang verfügbarErsatzteile selten verfügbar
GarantieOft 5 Jahre oder mehrMeist 2 Jahre (gesetzliches Minimum)

Was ist der Martindale-Test?

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei Polstermöbeln ist die sogenannte Martindale-Prüfung. Dabei wird ein Stoff maschinell so lange gerieben, bis er verschleisst. Das Ergebnis wird in "Scheuertouren" angegeben. Stoffe für den Privatbereich erreichen oft 10.000 bis 20.000 Scheuertouren. Objektmöbel-Stoffe beginnen bei etwa 40.000 Scheuertouren. Für stark beanspruchte Bereiche gibt es Stoffe mit über 100.000 Scheuertouren.

Wo werden Objektmöbel eingesetzt?

Überall dort, wo Möbel von vielen verschiedenen Menschen genutzt werden und entsprechend robust sein müssen:


  • Schulen und Kitas:Schüler-Stühle und Tische, die täglich von ganzen Klassen beansprucht werden
  • Büros: Schreibtische und Bürostühle für den Schichtbetrieb
  • Hotels und Gastronomie: Möbel, die täglich von Gästen genutzt und gereinigt werden
  • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen: Möbel, die desinfiziert werden können und besonders stabil sind
  • Bibliotheken und öffentliche Einrichtungen: Regale und Sitzmöbel für den Dauerbetrieb

Tipp: Für Schulen und Bildungseinrichtungen gibt es eigene Normen. Die DIN EN 1729 regelt zum Beispiel genau, welche Stuhl- und Tischgrößen für welche Körpergrößen geeignet sind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Guide für Schulmöbel.

Woran erkennt man echte Objektmöbel?

Nicht alles, was als "objektgeeignet" verkauft wird, hält auch wirklich, was es verspricht. Achten Sie auf diese Punkte:

Zertifikate und Normen

  • DIN EN 16139: Die Prüfnorm für Sitzmöbel im Objektbereich. Wenn ein Stuhl diese Norm erfüllt, wurde er auf Belastbarkeit, Standsicherheit und Haltbarkeit geprüft.
  • DIN EN 1729: Die Norm für Schul- und Bildungsmöbel mit definierten Größenklassen.
  • DIN 4102 (B1/B2): Brandschutzklassifizierungen. B1 bedeutet "schwer entflammbar", B2 "normal entflammbar".
  • GS-Zeichen: "Geprüfte Sicherheit" - ein verlässliches Prüfsiegel.

Konstruktionsmerkmale

Echte Objektmöbel erkennen Sie auch an Details wie verstärkten Verbindungen, dickeren Materialstärken und der Möglichkeit, Verschleissteile auszutauschen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel Objektmöbel-Qualität erkennen.

Achtung: "Objektgeeignet" ist kein geschützter Begriff. Jeder Hersteller kann dieses Wort verwenden. Lassen Sie sich deshalb immer konkrete Prüfzertifikate zeigen. Ein serioser Anbieter hat diese Unterlagen griffbereit.

Was kosten Objektmöbel?

Objektmöbel sind in der Anschaffung teurer als normale Möbel. Das liegt an den hochwertigeren Materialien, der aufwändigeren Konstruktion und den Prüfverfahren.

Allerdings relativiert sich der Preis schnell, wenn man die Nutzungsdauer betrachtet. Ein hochwertiger Schulstuhl hält bei richtiger Pflege viele Jahre. Ein günstiger Stuhl aus dem Möbelhaus muss in derselben Zeit mehrfach ersetzt werden. Über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet sind Objektmöbel deshalb oft die günstigere Wahl.

Rechenbeispiel: Ein Schulstuhl in Objektqualität kostet vielleicht doppelt so viel wie ein günstiges Modell. Wenn er aber dreimal so lange hält, spart die Schule am Ende Geld - und dazu den Aufwand für Bestellung, Lieferung und Entsorgung der Ersatzstühle.

Ausführlicher behandeln wir dieses Thema in unserem Artikel Objektmöbel vs. Privatmöbel.

Häufig gestellte Fragen

Sind Objektmöbel immer klobig und langweilig?
Nein. Moderne Objektmöbel gibt es in vielen Designs. Viele Hersteller bieten ihre Modelle sowohl in einer Privat- als auch in einer verstärkten Objektversion an. Das Design ist oft schlicht und zeitlos - was in öffentlichen Einrichtungen ein Vorteil ist.

Ab wann brauche ich Objektmöbel?
Immer dann, wenn Möbel von vielen verschiedenen Menschen genutzt werden, täglich im Einsatz sind oder besondere Anforderungen an Brandschutz und Hygiene bestehen. In Schulen, Kitas und öffentlichen Einrichtungen sind Objektmöbel in der Regel die richtige Wahl.

Wo kann ich Objektmöbel kaufen?
Objektmöbel erhalten Sie bei spezialisierten Fachhändlern. Normale Möbelhäuser führen diese Möbel in der Regel nicht. Achten Sie darauf, dass der Händler Sie fachkundig beraten kann und Ihnen Prüfzertifikate zeigen kann. Gerne können Sie sich auch direkt an uns wenden: Kontakt aufnehmen.

Können Objektmöbel repariert werden?
Ja, das ist einer der grossen Vorteile. Objektmöbel sind so konstruiert, dass einzelne Teile ausgetauscht werden können. Seriöse Hersteller halten Ersatzteile über viele Jahre hinweg verfügbar. Das verlängert die Lebensdauer und spart Kosten.

Welche Garantie gibt es auf Objektmöbel?
Die Garantiezeiten variieren je nach Hersteller. Ueblich sind 5 Jahre oder mehr. Zum Vergleich: Bei normalen Möbeln ist die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren oft die einzige Absicherung. Informationen zu unserer Garantie finden Sie auf unserer Garantie-Seite.

Fazit

Objektmöbel sind für den gewerblichen Dauereinsatz gebaut. Sie bestehen aus robusteren Materialien, werden nach strengen Normen geprüft und können repariert werden. In der Anschaffung kosten sie mehr, halten aber deutlich länger. Für Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen sind sie die sinnvolle Wahl.

Sie möchten wissen, wie Sie gute Objektmöbel erkennen? Dann lesen Sie unseren Ratgeber: Objektmöbel-Qualität erkennen.